StartBlogNotizbuch

Notizbuch

Handschrift oder Tippen: was beim Lernen hilft.

Die berühmte Studie sagt: Stift schlägt Laptop. Die ganze Geschichte ist etwas anders, und sie hilft dir beim Lernen mehr.

HTeam Hazelnote6 Min. Lesezeit
Handgeschriebene Gleichungen im Notizbuch, gelöst vom KI-Stift in Handschrift
InhaltDie StudieSpätere StudienWas zähltVon HandTippenBeidesHäufige FragenFazit
Kurz gesagt
  1. In einer bekannten Studie schrieben Studierende am Laptop öfter wörtlich mit und schnitten bei Verständnisfragen schlechter ab.
  2. Spätere Wiederholungen fanden den Vorteil der Handschrift deutlich kleiner, entscheidend ist vor allem, wie du mitschreibst.
  3. Fass in eigenen Worten zusammen, statt abzuschreiben, und frag dich danach ab, egal ob mit Stift oder Tastatur.

Stift oder Laptop: Die Frage kommt jedes Semester wieder. Meist wird dann eine Studie zitiert, nach der die Handschrift klar gewinnt. Hier liest du, was diese Studie wirklich gezeigt hat, was danach kam und wie du aus beidem das Beste machst.

Was die bekannte Studie gefunden hat

Pam Mueller und Daniel Oppenheimer ließen Studierende Vorträge ansehen und dabei mitschreiben, die einen mit der Hand, die anderen am Laptop. Danach beantworteten alle Fragen zum Inhalt. Ihr Artikel von 2014 heißt The Pen Is Mightier Than the Keyboard, und der Titel fasst das Ergebnis schon zusammen.

Wer am Laptop mitschrieb, notierte mehr Wörter und übernahm öfter ganze Sätze wörtlich. Bei reinen Faktenfragen lagen beide Gruppen ähnlich, bei Fragen zum Verständnis schnitt die Laptop-Gruppe schlechter ab. Die Erklärung der beiden: Wer mit der Hand schreibt, kommt nicht hinterher, muss deshalb auswählen und verdichtet den Stoff dabei.

Warum der Vorteil kleiner ist als gedacht

Gute Forschung wird wiederholt. Kevin Morehead, John Dunlosky und Katherine Rawson haben die Versuche 2019 nachgestellt, Heather Urry und Kollegen 2021 noch einmal mit mehr Teilnehmenden. Dass am Laptop mehr und wörtlicher mitgeschrieben wird, zeigte sich wieder. Einen klaren Vorteil der Handschrift beim Verständnis fanden sie aber nicht.

Kein Grund zur PanikWenn du lieber tippst, schadet dir das nicht automatisch. Der Unterschied liegt weniger im Werkzeug als darin, was du damit machst.

Übrig bleibt eine Erkenntnis, die alle Studien teilen: Wörtlich mitzuschreiben bringt wenig. Am Laptop passiert das nur leichter, weil die Finger mit dem Sprechtempo mithalten können.

Worauf es wirklich ankommt

Mitschreiben hilft, wenn du dabei nachdenkst. Wörtliches Abschreiben fühlt sich gründlich an, verarbeitet den Stoff aber kaum. Wer auswählt, ordnet und in eigenen Worten formuliert, lernt schon beim Schreiben.

StattDie Mitochondrien sind die Organellen, in denen die Zellatmung stattfindet und ATP gebildet wird.Ein Satz von der Folie, Wort für Wort übernommen. Dafür musst du nichts verstanden haben.
BesserMitochondrien: Ort der Zellatmung, liefern der Zelle ATPKurz, in deinen Worten und so, dass du es später als Frage nutzen kannst.

Die Handschrift macht dir das leichter, weil sie dich zum Kürzen zwingt. Mit der Tastatur geht es auch, du musst es dir nur bewusst vornehmen. In beiden Fällen gilt: Nach der Vorlesung fängt das Lernen erst an, wenn du die Mitschrift abdeckst und dich abfragst.

So schreibst du von Hand gut mit

Wer mit der Hand mitschreibt, kommt nicht jedem Satz hinterher, und das ist gewollt. Ein paar Gewohnheiten helfen dir, trotzdem das Wichtige zu erwischen:

  • Eigene Kürzel: Pfeile für Folgen, ein Ausrufezeichen für Prüfungsstoff, Abkürzungen für Begriffe, die oft vorkommen.
  • Platz lassen: Halte eine Spalte oder einen Rand frei, in den du nach der Vorlesung Fragen schreibst.
  • Beispiele notieren: Ein Beispiel aus der Vorlesung merkst du dir oft besser als die Definition dazu.
  • Lücken markieren: Ein Fragezeichen dort, wo du nicht mitgekommen bist, und später nachlesen.

Am selben Tag liest du die Seite noch einmal und ergänzt, was fehlt. Das dauert nur ein paar Minuten und macht aus Stichpunkten eine Mitschrift, mit der du später lernen kannst.

Wann Tippen die bessere Wahl ist

Die Tastatur hat echte Vorteile, und manchmal ist sie schlicht das bessere Werkzeug. Zum Beispiel in diesen Fällen:

  • Du brauchst viel Text, zum Beispiel Zitate für eine Hausarbeit.
  • Du willst später nach Begriffen suchen oder Inhalte mit anderen teilen.
  • Du schreibst mit der Hand sehr langsam oder hast dabei Schmerzen.
  • Der Stoff besteht vor allem aus Code oder langen Definitionen, die exakt stimmen müssen.

Wichtig ist dann nur, die Tastatur nicht als Diktiergerät zu benutzen. Schreib Stichpunkte statt ganzer Sätze und ergänze nach der Vorlesung ein paar Fragen, die du dir später stellst.

Das Beste aus beiden Welten

Mit Stift und Tablet bekommst du die Vorteile der Handschrift und vieles, was sonst nur die Tastatur kann. Du schreibst von Hand, kannst aber verschieben, löschen und Seiten neu ordnen. Deine Folien legst du als PDF ins Notizbuch und schreibst direkt darauf.

So macht es HazelnoteAus einem Notizbuch mit deiner Handschrift erstellt Hazelnote unter Neue Zusammenfassung › Aus einem Notebook eine Zusammenfassung. Daraus übst du mit Karteikarten und Quizfragen.

Auf Wunsch unterstreicht Hazelnote falsch geschriebene Wörter in deiner Handschrift und schlägt die richtige Schreibweise vor. Wie du eine Seite so aufteilst, dass du später gut mit ihr lernen kannst, erklärt unser Artikel zur Cornell-Methode.

Deine Liste für die nächste Vorlesung

  • Entscheiden, ob Stift oder Tastatur, und dabei bleiben
  • Stichpunkte in eigenen Worten statt ganzer Sätze schreiben
  • Nach der Vorlesung drei Fragen zum Stoff notieren
  • Am nächsten Tag die Mitschrift abdecken und dich abfragen

Häufige Fragen

Die meisten Studien vergleichen Papier mit dem Laptop, zum Tablet mit Stift gibt es weniger. Für das Lernen zählt vor allem, dass du verdichtest statt abschreibst, und das geht mit dem Stift auf dem Tablet genauso.
Eine Aufnahme ist eine gute Ergänzung, falls du etwas verpasst hast. Das Mitschreiben ersetzt sie nicht, weil gerade das Verarbeiten beim Schreiben hilft. Frag vorher, ob du aufnehmen darfst.
Formeln, Skizzen und Pfeile gehen mit der Hand meist schneller als mit der Tastatur. In Mathe und den Naturwissenschaften lohnt sich der Stift deshalb besonders.

Fazit

Handschrift ist kein Zaubertrick, aber sie bringt dich zum Verdichten, und genau das hilft beim Lernen. Ob Stift oder Tastatur: Schreib in eigenen Worten mit und frag dich danach ab. Dann hast du das Wichtigste aus allen Studien schon umgesetzt.

Notizbuch · Mitschrift · Lernen
Per E-Mail teilen
Team HazelnoteWir sind ein kleines Team in Baden und bauen Hazelnote, das Notizbuch mit KI für Schule, Uni und Beruf.

Mehr Zeit zum Lernen.
Weniger zum Mitschreiben.

3 Tage kostenlos testen. Danach jederzeit kündbar.